
Wilfried Schmickler gehört zur deutschen Kabarettszene wie sein Lieblingsverein Bayer Leverkusen zur Fußball-Bundesliga. Seit drei Jahrzehnten bereits bespielt der Kabarettist, Satiriker, Fernseh- und Radio-Macher die deutschen Kleinkunstbühnen. Zuerst mit dem Ensemble «Matsche, Wörks und Pullrich», dann mit dem «3Gestirn» und seit 2002 als Solist.
Pünktlich zum 30jährigen Bühnenjubiläum präsentierte Wilfried Schmickler sein viertes Solo-Programm mit dem Titel «Es war nicht alles schlecht». Dabei geht sein kabarettistischer Blick «zurück nach vorn» und er zeigt noch einmal vom Alten das Beste und vom Neuen das Neueste. Getreu dem Motto: Prügel, wem Prügel gebührt. Und er führt sie alle vor: die großen und kleinen Koalitionäre des Stillstands, die kranken Wunderheiler und gesunden Volksempfinder, die paranoiden Schießhunde-Halter und nimmersatten Heuschrecken-Züchter. Wilfried Schmickler garniert das Ganze dann noch mit ein paar älteren Witzchen und dem einen oder anderen lustigen Liedchen – bissig und bitterböse, sarkastisch und unglaublich komisch. Dabei ist Wilfried Schmickler, wie die Süddeutsche Zeitung so treffend formulierte, ein «brillanter Moralist, der weiß, dass er die Welt nicht verändern kann. Er weiß aber auch, dass er sie deswegen noch lange nicht hinnehmen muss.»
Seine Kunst als «Scharfrichter unter den deutschen Kabarettisten» präsentiert Wilfried Schmickler auch in Hörfunk und Fernsehen. Jeden Montag um kurz vor 11 stellt er im Radio die WDR2-Montagsfrage und moderiert viermal im Jahr für WDR5 die Kabarettreihe «Hart an der Grenze» aus Goch am Niederrhein. Seit 1992 gehört er zum Stammpersonal des WDR-Fernseh-Klassikers «Mitternachtsspitzen».
Sein Publikum dankt es ihm und die Juroren der Republik ebenfalls. Bereits 2001 erhält Wilfried Schmickler den Deutschen Kleinkunstpreis mit dem «3Gestirn». Für die Jury des Prix Pantheon ist er 2007 «Reif und Bekloppt», ausgezeichnet im gleichen Jahr auch mit dem Deutschen Kabarettpreis. 2009 folgt der Deutsche Kleinkunstpreis des Mainzer Unterhauses in der Sparte Kabarett. Und 2010 nun der Internationale Radiopreis «Salzburger Stier».
Wilfried Schmickler, geboren 1954, lebt und arbeitet in Köln.

Michel Gammenthaler ist ein Bühnenkünstler, der sich sekundenschnell in andere Mentalitäten verwandelt. Einer, der seine Pointen aus der grössten Unscheinbarkeit heraus setzt. Ein Zauberer, Schauspieler und Stand-up Comedian mit einer aussergewöhnlichen Bühnenpräsenz.
Unverkrampft eröffnet Gammenthaler als Conférencier seine Abende, um dann mit der Überraschungsgabe des Magiers nach und nach neue Figuren aus dem Ärmel zu ziehen. Nur Kopftuch, eine Wollmütze, ein Schal lassen ihn jeweils altern, jünger werden, als süddeutscher Esoteriker Volker Hagemann die Sprachmelodie wechseln oder als Hellseher Dimitri Banocek die Gedanken seiner Zuschauer lesen. Gammenthaler zieht als multiple Persönlichkeit mit Gespür für Rhythmus sein Publikum nicht nur in Bann, sondern mittels interaktiver Zauber-Aktionen auch äusserst galant über den Tisch. Und eines haben seine Figuren alle gemein: Sie lieben ihr Publikum, und das Publikum liebt sie.
Michel Gammenthaler wurde bereits ausgezeichnet mit dem Publikumspreis «Baden Magisch», ist Träger des zentraleuropäischen Kleinkunstpreises und erhielt 2003 als bisher einziger Schweizer den «Schneestern» des Arosa Humor-Festivals. 2007 war er für den Schweizer Kleinkunstpreis nominiert. Er tritt regelmässig in Radio und Fernsehen auf.
Michel Gammenthaler hat nach über 850 Vorstellungen auf der Bühne und diversen Auftritten am Radio seinen eigenen Ton gefunden: den Gammenthaler-Ton. Vor 13 Jahren bestieg er als Magier erstmals die Bühnen, seit 2002 tritt er als Solokabarettist auf. Nach drei abendfüllenden Programmen (2003: «Doppelgänger», 2006: «Realität», 2008: «Zeitraffer») ist die Mischung aus Magie und Kabarett definitiv sein Markenzeichen geworden. «Mein Traum wäre es, eines Tages einfach der Gammenthaler zu sein», sagte der Bühnenkünstler einst in einem Interview. Zu diesem «Gammenthaler» ist er unterdessen geworden, unverkennbar in jeder seiner Figuren.
Michel Gammenthaler, geboren 1972, lebt im Aargau.

Eigentlich wollte Werner Schneyder, der sich selbst als Kabarentner bezeichnet hat, sein Programm «Ich bin konservativ» am 12. 11. 2009 nur ein Mal im Burgtheater spielen. Aber der große Erfolg im ausverkauften Haus, die euphorischen Resonanzen und die große Publikumsnachfrage haben Werner Schneyder zu einer Wiederholung des Abends bewogen.
Im Jahre 2008 wurde Werner Schneyder von den Ruhrfestspielen in Recklinghausen eingeladen, den Eröffnungsabend mit einer satirischen Lesung zu bestreiten. Angesichts der Größe des Festspielhauses und der erwarteten 1000 Leute beschloss der Autor, 12 Jahre nach seinem «unwiderruflichen» Abtreten von der Kabarettbühne, seine besten Soli, Szenen und Chansons wieder auswendig aufzuführen. Beim Zusammenstellen des Programms überkam ihn der zwingende Ehrgeiz zu aktualisieren, zu ergänzen, die klassischen Texte in Relation zur Gegenwart zu setzen. Es entstand das von Christoph Pauli am Flügel begleitete Programm «Ich bin konservativ», das von Publikum und Presse gleichermaßen enthusiastisch aufgenommen wurde. Der Programmtitel mit der verwunderlichen Behauptung «konservativ» zu sein, erklärt sich rasch durch des Kabarettisten etwas andere Definition des Begriffs. Ebenfalls 2008 erfuhr Werner Schneyder auch die größte Würdigung seiner Karriere: Er erhielt den «Stern der Satire» des Deutschen Kabarettarchivs.
Biographie:
Werner Schneyder ist der sonst eher in angelsächsischen Ländern beheimatete Typ des Allrounders. Er wurde 1937 in Graz geboren (Vater aus Wien, Mutter aus Karlsbad), wuchs in Klagenfurt «zwischen Fußballplatz und Stadttheater» auf, studierte in Wien Publizistik und Kunstgeschichte. Daneben arbeitete er – wie schon zu Schulzeiten – als Journalist und Barsänger. Nach der Promotion schrieb er drei Jahre lang Werbetexte. Über Annahme eines Theaterstücks wurde er als Dramaturg an das Landestheater Salzburg engagiert. Nach einem nachfolgenden Jahr in Linz entschloss er sich zur freien Existenz als Autor. Er schrieb für den Hörfunk Features und Hörspiele, war auch deren Regisseur, schrieb Theaterkritiken und politische Tagesgedichte für Zeitungen.
Kabarett:
1973 wurde eine kabarettistische Lesung in Salzburg für einen Schauspielerfreund zum Anlass, Schneyder dem Star des im Jahr zuvor aufgelösten Ensembles der «Münchner Lach- und Schießgesellschaft», Dieter Hildebrandt, als Partner zu empfehlen. Eine zunächst unverbindliche Begegnung entwickelte sich nach Erscheinen von Schneyders erstem Gedicht- und Aphorismenband zum Plan, ein Kabarettduo zu gründen. Dieses startete im April 1974 und wurde mit fünf Programmen in acht Jahren («Talk täglich», «Lametta & Co.», «Wie abgerissen», «Keine Fragen mehr», «Ende der Spielzeit») legendär. 1982 trennte sich das Paar, um sich 1984 für ein kabarettgeschichtlich bedeutsames Gastspiel in der DDR («Zugabe Leipzig») noch einmal zu formieren. Schneyder war davor schon zwei Mal mit Solo-Gastspielen in Leipzig gewesen. Er hatte vor dem letzten Duo-Programm ein «Solo mit Trio» erprobt und ließ danach u.a. «Satz für Satz», «Doppelt besetzt», «Schon wieder nüchtern», «Absage» und «Abschiedsabend» folgen. 1996 trat er von der Kabarettbühne ab. Zwölf Jahre danach wurde er mit dem Comeback-Programm «Ich bin konservativ» jedoch «wortbrüchig».
Alle Duo- und Soloprogramme wurden nach großen Tourneen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz von Fernsehsendern ausgestrahlt. Daneben versuchte Schneyder auch immer wieder literarisch-kabarettistische Elemente in originelle Unterhaltungsformate einzubringen («Salon», «Stichwort», «Meine Gäste und ich»).
Literatur:
Werner Schneyders literarischer Weg begann mit Politlyrik und Aphorismen. Daneben erschien der humoristische Roman «Die Unternehmungen des Herrn Hans». Es folgten Satire- und Erzählbände, das literarische Porträt «Erich Kästner – ein brauchbarer Autor», die Auswahlbände «Schreibzeit» und «Zeitspiel», der Bericht über eine Theaterarbeit «Meiningen oder die Liebe und das Theater», der Gedichtband «Reimzeit», der Essayband «Ansichten eines Solisten», das Selbstporträt «Ich, Werner Schneyder – Meine zwölf Leben» und drei Jahre nach dem Tod seiner Frau Ilse «Krebs – Eine Nacherzählung». Zuletzt erschienen ausgewählte Erzählungen unter dem Titel «Die Socken des Kritikers».
Regie:
Ende der 80er Jahre wurde Werner Schneyder vom Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz seine erste Theaterregie angeboten, die Operette «Im weißen Rössl». Operetteninszenierungen in München, Graz, Wien, Klagenfurt, Bremen und Erfurt folgten. Daneben wurde er auch immer mehr Regisseur des Schauspiels. Er inszenierte z.B. am Wiener Theater in der Josefstadt seine Fassung von «Die letzten Tage der Menschheit» von Karl Kraus, am Staatstheater Meiningen «Das weite Land» von Arthur Schnitzler, in Wien, Villach und bei den Kärntner Komödienspielen in Porcia Autoren wie Oscar Wilde, Georges Feydeau, Erich Kästner, Hugo von Hofmannsthal, Hermann Bahr, Felix Mitterer und zuletzt in Bremen «Der Gott des Gemetzels» von Yasmina Reza.
Schauspiel:
Als Bühnenschauspieler debütierte Werner Schneyder – wiederum in Partnerschaft mit Dieter Hildebrandt – in Neil Simons «Sonny boys» (Münchner Kammerspiele, Gastspiele in Berlin und Hamburg, Tourneen und TV-Aufzeichnung). Danach schrieb er für sich die satirische Komödie «Galanacht», die in zwei Inszenierungen (Berlin, Wien) 225mal gespielt wurde. Er dramatisierte den Roman von Erika Pluhar «Verzeihen Sie, ist das hier schon die Endstation?» und spielte auch deren Partner. Gastspiele u.a. am Akademietheater und am Volkstheater in Wien. Zuletzt spielte er bei den Kärntner Komödienspielen in Porcia abermals den Willy in «Sunny boys», diesmal in eigener Regie.
Liedtexte:
Werner Schneyder schrieb für sich, aber auch für Kollegen und Kolleginnen aus der Showbranche (etwa Marianne Mendt), zahlreiche Chansons und Übersetzungen. Er übersetzte zudem die Songtexte der Musicals «Funny girl» und «Billy». Größte Beachtung fanden seine Jacques Brel-Nachdichtungen wie «Amsterdam», «Joe», «Das letzte Glas”.
Sport:
Schneyder hatte noch in der Schulzeit als Sportjournalist begonnen. Lange danach kam über das Kabarett ein Kontakt mit dem ZDF zustande, der zur Präsentation des «Aktuellen Sportstudios» und später zur Jahresbilanzsendung «Das ausgefallene Sportstudio» führte. Ab den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984 kommentierte er zunächst Amateur- und später Berufsboxen im TV. Als langjähriger Kampfrichter im Amateurboxen brachte er dafür eine ungewohnte Kompetenz mit. Sein anhaltendes Interesse für Sport beweist er nach wie vor durch gelegentliche Kolumnen in einem Fachblatt.
Auszeichnungen:
Werner Schneyder erhielt u.a. den Deutschen Kabarettpreis, den Bayerischen Kabarettpreis, den «Stern der Satire» des Deutschen Kabarettarchivs, das Große Verdienstzeichen, den «Goldenen Rathausmann» sowie den Nestroy-Ring der Stadt Wien.
Werner Schneyder lebt in Wien und Kärnten/Millstättersee.
Christoph Pauli
Christoph Pauli nimmt als Musiker eine Ausnahmestellung ein, da er wie kaum ein anderer sämtliche Stil- und Spielarten von der Klassik bis zum Rock beherrscht. Sein pianistisches Rüstzeug erwarb sich Christoph Pauli in einem Klassikstudium mit Konzertexamen an der Münchner Musikhochschule. Da ihn das reine Reproduzieren von Klassik nicht ausfüllte, führte ihn sein künstlerischer Weg von der E-Musik übers Kabarett zu Jazz und Pop, wo er auch als Komponist und Arrangeur seine kreativen Entfaltungsmöglichkeiten fand.
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